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Aufklärer zwischen Gott und Galilei

20 Mrz

Die Reformation im Heiligen Römischen Reich führte zu Grabenkämpfen zwischen den konfessionellen Lagern. Auslöser des jahrhundertelangen Disputs waren im Oktober 1517 Martin Luthers 95 Thesen über den Ablass, die er an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg schlug. Er traf einen wunden Punkt, denn auch viele Gläubige waren der Meinung, die Renaissancepäpste vernachlässigten ihr geistiges Amt, dem Klerus mangele es an theologischer Bildung und die im Land umherreisenden Ablassprediger repräsentieren eine unmoralische Finanzpolitik mit Ablässen.

Im Jahr 1812 übte auch der evangelisch-lutherische Theologe Heinrich Gustav Flörke in der Krünitzschen Enzyklopädie Kritik am Ablasshandel. Reformation definierte er als die „von der durch Luthern und seine Gehülfen geschehenen Abstellung der in die Kirche und den Lehrbegriff eingerissenen Mißbräuche und Irrthümer, welche einige im Deutschen die Glaubensverbesserung, andere aber richtiger und treffender die Glaubensreinigung nennen“. Aus lutherischen und reformierten Strömungen bildete sich daraufhin eine eigenständige evangelische Kirche heraus und begründete den christlichen Protestantismus.

Die Habsburgermonarchie strebte jedoch eine Rekatholisierung an. Ihre Gegenreformation reichte bis ins 18. Jahrhundert. Viele Kloster und Orden wurden gegründet, die Jesuiten gewannen wieder Terrain. Die Domkapitel der römisch-katholischen Kirche ernannten hauptsächlich Adlige zu Erzbischöfen und Bischöfen. Bis 1803 regierten die deutsche Reichskirche vorwiegend Fürstensöhne, Reichsritter und Alter Adel, weshalb Kritiker von einer „Adelskirche“ sprachen. Weiterlesen

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