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Von Geldkatzen und Arbeitsbeuteln

27 Feb

Taschen werden heutzutage oft als Sammelobjekt für Frauen angesehen, die weniger nützlich als modisch sein müssen. Das Bayerische Nationalmuseum in München präsentierte in seiner Ausstellung „Taschen. Eine europäische Kulturgeschichte vom 16. bis 21. Jahrhundert“ eine breite Palette von Modellen der letzten Jahrhunderte, die wichtigen Zwecken dienten.

In der Frühen Neuzeit waren Taschen gerade für Männer von großer Bedeutung. Krünitz zählt mehr als drei Dutzend Modelle auf, darunter die Tabakstasche, Wagentasche oder die Gaukeltasche für Taschenspieler. Kurfürst Maximilian I. von Bayern trug im Gelände eine kunstvoll bestickte Jägertasche am Gürtel. Brieftaschen boten Fächer „mit mehreren Tafeln Pergament zum Notiren verschiedener Gegenstände, die sowohl im Geschäftsleben, als auch auf Reisen etc. vorkommen“.

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Meerwölfe und Lindwürmer

22 Nov

Die Verbreitung von Berichten über Entdeckungsreisen weckte in der Frühen Neuzeit das Interesse und die Curiositas (Neugierde) der Weltinteressierten. Nicht nur an exotischen Abenteuern und Unterhaltung, sondern auch an ethnologischen, botanischen und geographischen Kenntnissen. Mit der Entdeckung neuer Kontinente änderten sich auch die Vorstellungen über fremde Völker. Heimkehrer erfanden Schauergeschichten von Wilden im Urwald mit nur einem Auge oder nur einem Fuß. Es kursierten Stereotypen von Menschenfresserei und Teufelsanbetung.

Das Museum Wormianum des Ole Worm, 17. Jh.

Das Museum Wormianum des Ole Worm, 17. Jh.

In „Kuriositätenkabinetten“ stellten die ersten Wissenschaftler und Sammler seit dem Beginn der großen Expeditionsfahrten in die Neue Welt zur Schau, was sie von weit gereisten Abenteurern kauften. In der Spätrenaissance wurden diese Räume „Wunderkammern“ genannt und waren die Vorläufer wissenschaftlicher Naturkundesammlungen.

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Maria Sibylla Merian in der Frühen Neuzeit

24 Mai

In meiner Bildbiographie „Maria Sibylla Merian. Reise nach Surinam“ stelle ich eine außergewöhnliche Künstlerin und eine der ersten Entdeckerinnen vor. Recherchen führten mich dabei durch die Frühe Neuzeit und das beginnende 18. Jahrhundert. Der Alltag und die Lebensweise der Menschen interessieren mich ebenso wie die damaligen Ansichten und Kuriositäten.

Maria Sibylla Merian. Reise nach Surinam

Bildbiografie über Maria Sibylla Merian, Autorin: Kathrin Schubert

Seitdem reise ich durch die Epoche und fülle den Blog mit unterhaltsamen Anekdoten. Die Geschichte des Reisens und die Entdeckung der „Neuen Welt“ mit ihren Geheimnissen und Abenteuern, geniale Entdeckungen der Zeit, den verspielten Rokoko, Geheimbünde, oder die Freundschaft Friedrichs des Großen mit dem Philosophen Voltaire nehme ich „unter die Feder“. Auch Entwicklungen auf den Gebieten Theater, Oper, Musik, Literatur, Kunst und Mode kommen nicht zu kurz.

Mein weiser Begleiter bei den Recherchen war Johann Georg Krünitz. In seiner „Oeconomischen Encyclopädie“ fasste er das Wissen seiner Zeit zusammen. Krünitz‘ Werk wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft digitalisiert und von der Universität Trier betreut, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aus München! Auch Johann Heinrich Zedlers „Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste, Welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden…“ stellt eine unerschöpfliche Wissensquelle dar.

Aus Sicht des 21. Jahrhunderts kann man über viele Artikel schmunzeln, da sie mangels besseren Wissens auf Hörensagen und Aberglaube beruhten. Doch unseren heutigen Wissensschatz verdanken wir unzähligen neugierigen Forschern in Bereichen wie Natur-, Kultur und Geschichtswissenschaften. Entdecken Sie mit mir die Frühe Neuzeit und die Epoche der Aufklärung in all ihren Facetten! Für weitere Recherchen finden Sie hier auch meine Bibliografie. Viel Spaß beim Lesen! Ich freue mich über jedes Feedback, Gastbeiträge und Quellenhinweise für relevante Themen.

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